In Schleswig-Holstein nimmt sozialräumliches Denken und Handeln langsam Gestalt an. Das Thema Behinderung findet aber in dieser neuen Ausrichtung nur wenig Raum. Vielmehr ist es immer noch so, dass zwei Systeme nebeneinander stehen: Das eine System richtet sich an Familien mit Kindern, das andere System ist ausschließlich ausgerichtet auf Familien von Kindern mit Behinderung. Untermauert wird diese Feststellung in der Kritik der Kommission zum 13. Kinder- und Jugendbericht. Dort heißt es:
„Die Inanspruchnahme von Hilfen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen wird stark erschwert durch die Komplexität eines hoch-differenzierten Unterstützungssystems, das für die Anspruchsberechtigten kaum zu durchschauen ist. Oft ist unklar, dass und wo es Hilfen gibt. Erschwerend wirkt, dass die Teilsysteme von Jugend-, Sozialhilfe, Schule und Gesundheitswesen oft isoliert arbeiten und wenig übereinander wissen. Die Folge ist ein fachlich kaum begründbares Sortieren und Separieren, das insbesondere Kinder mit Behinderungen betrifft.“
Diese Kritik greifen wir auf und nehmen wir zum Anlass, um im Bereich der Frühen Hilfen Vernetzungen der Teilsysteme anzustoßen und sozialräumlich ausgerichtete Angebote für Familien mit behinderten Kindern zu öffnen.
Wir als Elternverband setzen uns für die uneingeschränkte Teilhabe von Familien mit behinderten Kindern ein. Wir wollen, dass sich diese Familien nicht länger in Sonderwelten bewegen müssen, sondern in ihrer unmittelbaren Umgebung Orte und Anlaufstellen für sich finden wie alle anderen Familien auch.
Der lvkm-sh will unter Nutzung von vorhandenen Ressourcen in den Projektregionen mit dem Schwerpunkt „Frühe Hilfen“
- ein Netzwerk von Kooperationspartnern entwickeln
- ein Familienzentrum um integrative Angebote erweitern
- die Öffnung bestehender Angebote im Sozialraum für behinderte Kinder
und deren Familien anregen und fördern
- neue Impulse für vernetztes, ganzheitliches Denken im Sozialraum geben,
weg vom Säulendenken, hin zur Verzahnung
von Jugendhilfe und Eingliederungshilfe
- den Gedanken der Inklusion in die kommunalen und regionalen Gegebenheiten und Strukturen
einbringen.
Projektregionen sind:
- der Kreis Dithmarschen
- die Stadt Neumünster
Projektkooperationen:
- Kita Ruthenberger Rasselbande, Neumünster
- Bunter Kreis Nord, Neumünster/Dithmarschen
- Beratungsstelle Kompass, Dithmarschen
Der Projektzeitraum beträgt 3 Jahre.
01.01.2011 - 31.12.2013
Das Projekt
Sie haben Interesse, mehr zum Projekt "Hauptsache Familie" und zum Thema Inklusion zu erfahren?
Sie wollen sich engagieren und Ihre Ideen einbringen?
Dann melden Sie sich bei uns:
Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen
Schleswig-Holstein e. V.
lvkm-sh. Projektbüro
Kersten Andresen
Schwentinestr. 10
24534 Neumünster
Tel. 04321 98 88 16
Mobil: 0173 400 20 03
E-Mail: info@inklusion@t-online.de
Projektförderung:
Wir danken der Aktion Mensch und der Kroschke Stiftung für die finanzielle Unterstützung unseres Projektes „Hauptsache Familie“.



