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Hauptsache Familie

Von Januar 2011 bis Dezember 2013 führte unser Landesverband das Projekt „Hauptsache Familie – integrativ, inklusiv und vernetzt“ mit sehr positiver Resonanz durch.

Ein Projekt – mehrere Ansätze

Wenn ein Teppich entstehen soll, müssen viele Fäden geknüpft werden. Verschiedene Schwerpunkte hatte daher auch das Projekt „Hauptsache Familie – integrativ, inklusiv und vernetzt", das unser Landesverband von 2011 bis 2013 mit sehr positiver Resonanz durchgeführt hat. Als Projektregionen wurden der Kreis Dithmarschen und die Stadt Neumünster gewählt. Kooperationspartner waren die Kita Ruthenberger Rasselbande Neumünster, der Bunte Kreis Nord Neumünster/Dithmarschen sowie die Beratungsstelle Kompass in Dithmarschen. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von Aktion Mensch und der Kroschke Stiftung.

Wie das Projekt ins Rollen kam...

Anstoß für das Projekt „Hauptsache Familie“ war die Kritik, die im 13. Kinder- und Jugendbericht zum Ausdruck kommt: In dem Bericht wurde das Problem deutlich, dass die verschiedenen Unterstützungssysteme für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen kaum zu durchschauen sind und dass so vielen Eltern unklar bleibt, wo Hilfen eingefordert werden können. Vom lvkm-sh wird kritisiert, dass die Jugend- und Eingliederungshilfe, Schule und Gesundheitswesen immer noch zu isoliert voneinander arbeiten, Das geht zu Lasten der Familien und der Kinder mit Behinderungen. Hier hat das Projekt „Hauptsache Familie“ angesetzt und gezeigt, dass es auch anders geht.

Ein Hort für alle

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam nach der Schule in einem Hort betreut werden können. So ist es auch im geltenden Recht verankert. Doch die Realität sieht anders aus. Es gibt kaum Hortplätze für Kinder mit Behinderung. Das Projekt „Hauptsache Familie“ hat gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, dem Familienzentrum Ruthenberg, in Neumünster eine außerschulische Nachmittagsbetreuung ins Leben gerufen. Die Hortgruppe in diesem Familienzentrum ist die erste in Schleswig-Holstein, in welcher der Rechtsanspruch auf Betreuung für Schulkinder mit Behinderung umgesetzt worden ist. Dies ist ein gutes Beispiel und ein Modellprojekt, das auch an anderen Orten Schule machen soll.

Gerade für Kinder mit Behinderung ist ein Hortplatz wichtig: Für Familien mit behinderten Kindern ist eine alternative Betreuung, zum Beispiel durch befreundete Familien, viel schwieriger einzurichten, als für Familien mit nicht behinderten Kindern. Außerdem profitieren Kinder mit Behinderung besonders vom Zusammensein im Hort, da sie in der Regel nicht die Möglichkeit haben, sich ohne besonderen Betreuungsaufwand spontan auf dem Spielplatz, im Jugendclub oder Sportverein mit Gleichaltrigen zu treffen.

Bundeskanzlerin Angelika Merkel ist im Familienzentrum zu Gast gewesen und zeigte sich begeistert von dem breiten Angebot, der Vernetzung und dem unkomplizierten Zusammensein behinderter und nichtbehinderter Kinder.

Flyer „Gewusst wo! Beratung für Familien mit behinderten Kindern in Dithmarschen“

Familien mit behinderten Kindern müssen ihren Alltag mit Belastungen und vielen Krisensituationen meistern. Dafür bieten verschiedene Einrichtungen und Organisationen Unterstützung an. Aber es ist nicht immer leicht, die richtigen Anlaufstellen ausfindig zu machen. Im Rahmen des Projektes „Hauptsache Familie“ ist aus diesem Grund ein Flyer entstanden, der Familien mit behinderten Kindern die Orientierung über Beratungsangebote in Dithmarschen erleichtern soll. Über die regionalen Angebote hinaus sind auch überregionale Ansprechpartner aufgeführt. Viele der Beratungsstellen sind untereinander vernetzt und bündeln das Wissen von Selbsthilfegruppen und Einrichtungen.

Gut vernetzt

Es gibt Organisationen und Institutionen, die sich für gesunde Kinder einsetzen und solche, die sich für Kinder mit Behinderung stark machen. Eine Zusammenarbeit und Vernetzung ist sinnvoll. Dafür sind auf vielfältige Weise Wege gebahnt worden. Das Projekt „Hauptsache Familie“ hat sich auch auf Veranstaltungen und Festen in Stadtteilen und auf dem Land eingebracht. Die Resonanz hat dabei deutlich gemacht: Es zeigt eine Wirkung, wenn man mit phantasievollen und farbenfrohen Aktionen versucht, das Ziel der Inklusion immer mehr ins Blickfeld zu rücken.

Das Projekt „Hauptsache Familie“ wurde in die Inklusionslandkarte des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen aufgenommen. Diese stellt besonders gelungene Beispiele für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben vor.

Wegweiser zu Leistungen der Pflegeversicherung

Die zum Abschluss des Projektes vom lvkm-sh erstellte praxisnahe Broschüre „Wegweiser zu Leistungen der Pflegversicherung““ kann beim lvkm-sh bestellt werden.

Verhinderungspflege, zusätzliche Betreuungsleistungen, Kurzzeitpflege, drei zunächst neue Begriffe für Eltern, deren Kinder mit Behinderung eine Pflegestufe bekommen haben. Sie stehen für Entlastung und helfen, einen anspruchs­vollen und schwierigen Alltag zu meistern. Viele Eltern von Kindern mit Behinderung nehmen finanzielle Hilfen gar nicht oder nicht rechtzeitig in Anspruch. Der lvkm-sh. möchte mit diesem praktischen Wegweiser Eltern behinderter Kinder informieren und am Beispiel von Anke B. ganz praktisch und realistisch zum Nachfragen und Nachahmen ermuntern.

Projektkooperationen

  • Kita Ruthenberger Rasselbande, Neumünster
  • Bunter Kreis Nord, Neumünster/Dithmarschen
  • Beratungsstelle Kompass, Dithmarschen

Projektförderung

Wir danken der Aktion Mensch und der Kroschke Stiftung für die finanzielle Unterstützung unseres Projektes „Hauptsache Familie“.